top of page
Agroforst Hof Schierholz_edited.jpg

Häufig gestellte Fragen

FAQ

Was bedeutet Agroforstwirtschaft?

Agroforstwirtschaft definiert Landnutzungssysteme, bei denen Bäume mit Nutzpflanzen oder Nutztieren auf einer Fläche kombiniert werden. Dabei werden positive ökologische und ökonomische Wechselwirkungen geschaffen.

Was sind die Vorteile der Agroforstwirtschaft?

  • Sofort verfügbarer CO₂-Speicher

  • Schnell skalierbar mit schnell wachsenden Pionierbaumarten

  • Kein Konflikt, sondern Synergien mit der Nahrungsmittelproduktion

  • Verbesserung der Produktivität der landwirtschaftlichen Fläche

  • Hilfe bei der Regeneration von Böden und Ökosystemen

  • Erhöhung der Biodiversität

  • Verbesserung des lokalen Mikroklimas

  • Verbesserung des Tierwohls von Nutztieren und Habitat für Wildtiere

  • Verbreiterung der Einkommensquellen der Landwirtinnen und Landwirte

  • Bereitstellung großer Mengen an nachwachsenden Rohstoffen für den menschlichen Bedarf

  • Sichere Speicherung von CO₂ in gesunden Ökosystemen und langlebigen Produkten

 

Sind die angebotenen CO₂-Credits offiziell zertifiziert z.B. VCS (Verified Carbon Standard) oder Gold Standard?

Derzeit gibt es keine offiziellen Standards für europäische Agroforstsysteme. Klimafolgen aus Landnutzungsänderungen werden nach den aktuellen gesetzlichen Regelungen auf die nationalen Ziele angerechnet und sind nach derzeitigem Stand nicht "privatisierbar". Auch bei der Holznutzung ist es möglich, dass diese in die jeweiligen Sektor-CO₂-Minderungsziele (z.B. Bausektor) eingerechnet wird. Unserer Meinung nach ist es entscheidend, dass jetzt Bäume gepflanzt werden, auch wenn die genaue offizielle Zurechnung der Klimaschutzleistung noch nicht definiert ist. Es ist geplant, die Entwicklung geeigneter Zertifizierungsverfahren für die Agroforstwirtschaft in Europa zu unterstützen, indem sich VIVO Carbon aktiv an der Definition wirksamer Standards beteiligt.

Wird VIVO Carbon extern geprüft?

Eine externe Validierung der Klimaschutzleistung der Agroforstsysteme in Bezug auf die CO₂-Bindung im Holzzuwachs ist essenzieller Bestandteil des VIVO Carbon Konzepts. Die zusätzliche CO₂-Bindung im Wurzelsystem und durch Humusaufbau wird aufgrund der Herausforderungen einer genauen Quantifizierung voraussichtlich nur qualitativ bewertet. Entscheidend bei der Auswahl von externen Validierungs-Akteuren ist die gesicherte Unabhängigkeit und die vorhandene Expertise bzgl. der Bewertung von Agroforstsystemen.

Warum werden die CO₂-Gutschriften vorab verkauft und nicht nachdem das CO₂ von den Bäumen gebunden wurde?

Nur durch den ex-ante Verkauf der Klimazertifikate kann VIVO Carbon die Projekte vorfinanzieren und gemeinsam mit den Landwirtinnen und Landwirten realisieren. Maßstab für die Anzahl der CO₂-Zertifkate ist die CO₂-Menge, die von den Bäumen über den Vertragszeitraum von 15-25 Jahren gebunden wird. Danach werden die Agroforstsysteme voraussichtlich von den Landwirtinnen und Landwirten weiter betrieben und erbringen eine zusätzliche Klimaschutzleistung.

​​

Was ist für die Klimawirkung wichtiger - die reine Baumanzahl oder die Gehölzfläche?

Die Gehölzfläche, wenn sichergestellt ist, dass der Bestandsschluss (Kronenschluss) schon nach wenigen Jahren erreicht wird. Nach einer relativ kurzen Anwuchsphase, in der der Zuwachs eher pro Pflanze erfolgt, richtet sich der Zuwachs und damit die CO₂-Bindung nach der bepflanzten Gehölzfläche. Das heißt eine extrem dichte Pflanzung mit sehr vielen Bäumen hat i.d.R. keine größere Klimawirkung.

​​

Welches Potential haben Agroforstsysteme, um die Landwirtschaft bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen?

Gemäß IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) sind Agroforstsysteme die wirksamste konkrete Maßnahme "to mitigation, adaptation, combating desertification and land degradation, and enhancing food security" . (https://www.ipcc.ch/site/assets/uploads/2019/08/4.-SPM_Approved_Microsite_FINAL.pdf, Tabelle auf Seite 28)

Warum produktive Systeme?

Durch produktive Systeme

  • kann die Klimaschutzwirkung von Agroforstsystemen vervielfacht werden, insofern die Produkte im Sinne des Klimaschutzes verwertet werden

  • wird CO₂ im Holzzuwachs, den Wurzeln und durch Humusaufbau im Agrarsystem gebunden

  • wird das CO₂ dauerhaft im Holzprodukt nach der Ernte und Verarbeitung gespeichert

  • ersetzt Holz als Rohmaterial und Baustoff andere Rohstoffe mit schlechter CO₂-Bilanz (wie z.B. Zement bzw. Beton, Ziegelsteine, Glas, Metall oder Plastik)

  • können die Bäume nach der Ernte durch den gewonnenen Platz wieder austreiben, schnell weiter wachsen und dabei neues CO₂ binden

 

Welche Baumarten werden von VIVO Carbon verwendet?

Wir verwenden hauptsächlich Pionierbaumarten (Pappeln), da sie in Europa am schnellsten wachsen und die Klimavorteile maximieren. Mit jeder Tonne Holzwachstum wird eine definierte Menge CO₂ gebunden und gespeichert. Eine Tonne Holztrockenmasse speichert die Kohlenstoffmenge von mehr als 1,8 Tonnen CO₂.

Wie schnell und über welchen Zeitraum wird CO₂ gebunden?

Pappeln können bereits im Pflanzjahr bis zu vier Meter hoch werden. In fachgerecht bewirtschafteten Agroforstsystemen werden normalerweise durchschnittlich 2-3 Meter erreicht. Bereits in den ersten 8 Jahren können jährlich durchschnittlich 20 Tonnen (20.000kg) CO₂ pro Hektar (10.000m²) Gehölzfläche von den Bäumen gebunden werden. Dies führt zu 300 - 400 Tonnen CO2, die auf einem Hektar Gehölzfläche in 15-20 Jahre gebunden werden. Auch nach diesem Zeitraum sind die Bäume noch vital, wachsen weiter und binden CO₂. VIVO Carbon berechnet jedoch nur die Klimawirkung während der Vertragslaufzeit mit den landwirtschaftlichen Partnerinnen und Partnern (i.d.R. 15-22 Jahre).

Was bedeutet Trockenmasse?

Der Begriff Trockenmasse gleicht den unterschiedlich hohen Wassergehalt im Holz aus. Üblicherweise hat Frischholz etwa 50 % Trockenmasse und 50 % Wasser. Wenn wir zum Beispiel mit einem Zuwachs von 10 Tonnen Trockenmasse rechnen, bedeutet dies ein entsprechendes Frischholzgewicht von 20 Tonnen. In unserer Berechnung sprechen wir immer von Trockenmasse, da dies die Referenz zur Berechnung des gebundenen CO₂ ist. Eine Tonne Holztrockenmasse enthält immer den Kohlenstoff in Form von 1,8 Tonnen CO₂.  

Wie kann 1 Tonne trockenes Holz 1,8 Tonnen CO₂ speichern?

In Wirklichkeit wird nicht das CO₂ gespeichert, sondern nur der Kohlenstoff aus dem CO₂. Das O2 (Sauerstoff) wird wieder an die Luft abgegeben. Trockenes Holz enthält in der Regel ca. 50 % Kohlenstoff, 42 % Sauerstoff, 5 % Wasserstoff und einige andere Elemente. Das bedeutet, dass in Holz mehr Kohlenstoff enthalten ist als in CO₂ (das hauptsächlich aus Sauerstoff besteht).

Wieso werden die Bäume geerntet, anstatt sie wachsen zu lassen und das CO₂ dauerhaft in den Bäumen zu speichern?

  1. Die Bäume werden relativ dicht gepflanzt (durchschnittlich 1 Baum pro 5m²), um die CO₂-Bindung in den nächsten Jahren zu maximieren. Das bedeutet, dass nach ca. 8 Jahren der Baumbestand entweder ausgedünnt oder geerntet werden muss, um weiter schnell wachsen und CO₂ binden zu können.

  2. Wir sind davon überzeugt, dass Holz ein idealer universeller Rohstoff für viele Produkte ist, die derzeit auf fossile Rohstoffe angewiesen sind. Gerade im Bausektor wird in Zukunft mehr Holz benötigt, um CO₂-intensive Materialien wie Beton, Ziegel und Stahl zu ersetzen. Wird Holz im Baubereich verwendet, speichert es in der Regel den Kohlenstoff aus dem gebundenen CO₂ für Jahrzehnte. Das heißt, durch die Ernte der Bäume und die Verwendung des Holzes für den richtigen Zweck wird der Klimaeffekt verdoppelt. Kohlenstoff wird eingeschlossen und zusätzlich werden weitere fossile CO₂-Emissionen verhindert. Außerdem wachsen die Pappeln aus der Wurzel nach und können ein zweites und drittes Mal geerntet werden, nachdem sie die gewünschte Größe erreicht haben.

Wie erhöhen schnellwachsende Bäume die Biodiversität?

Die Hauptvorteile schnell wachsender Pionierbäume für die Biodiversität sind die indirekten Auswirkungen. Die Pappeln schaffen schnell ein vorteilhaftes Mikroklima und Habitat für eine diverse Flora und Fauna. Die höchste Biodiversität wird in Ökosystemen beobachtet, die Feucht-/Trocken- und Licht-/Schattenbereiche enthalten. Zum Beispiel am Waldrand. Alley-Cropping-Systeme liefern genau diese Bedingungen. Die Wirkung in der Realität ist offensichtlich. Bereits zwei Jahre alte Agroforstsysteme beherbergen zeitweise so viele Insekten, dass es fast "unbequem" ist, sich unter den Bäumen aufzuhalten.

Was ist das Besondere an Pappeln?

Sie sind die am schnellsten wachsenden Bäume im gemäßigten Klima und haben daher die höchste Klimawirkung und Produktivität.

Was sind Pionierbaumarten?

Pionierbaumarten sind die ersten Bäume, die sich auf neuen Flächen ansiedeln. Auch unter ungünstigen oder rauen Bedingungen. Sie sind wenig anspruchsvoll in Bezug auf Bodenstruktur, Nährstoffe und angemessene Temperaturniveaus. Üblicherweise bereiten Pionierbaumarten die Flächen z.B. nach einem Erdrutsch, einem Waldbrand oder einer Eiszeit für die anspruchsvolleren höherwertigen Baumarten vor. Pappeln in der Agroforstwirtschaft können auch ein Türöffner für die Etablierung von Obst- und Nussbäumen in komplexere landwirtschaftliche Systeme in großem Maßstab sein.

Sind Agroforstsysteme von VIVO Carbon Monokulturen?

Nein, es gibt immer mindestens zwei Kulturen, Bäume und traditionelle landwirtschaftliche Pflanzen, wie Getreide oder Grünland. Auch wenn nur eine Baumart (immer mehrere Sorten) gepflanzt wird, können viele andere Pflanzen unter den Bäumen wachsen, was in anderen landwirtschaftlichen Kulturen meist ausgeschlossen ist. Üblicherweise werden Baumflächen nur im Pflanzjahr von „Unkrautkonkurrenz“ freigehalten. Schon ab dem 2. Jahr kann i.d.R. eine gewisse Menge an ökologisch wertvoller Beikrautvegetation toleriert werden.

 

Werden von VIVO Carbon auch Nuss- und Obstbäume oder Wertholzbäume gepflanzt?

Derzeit konzentriert sich VIVO Carbon auf Baumarten, die besonders schnell CO₂ binden und gleichzeitig anpassungsfähig sind. Dies sind in unserer Klimazone vor allem Pappeln. Bei bestimmten Projekten, und wenn kooperierende Landwirtinnen und Landwirte dafür offen sind, beziehen wir gerne Obst-, Nuss- und heimische Baumarten mit ein. Auch wenn dies zu höherem Aufwand und entsprechenden Kosten pro Tonne gebundenem CO₂ führt.

Wofür kann Pappelholz verwendet werden?

Pappelholz ist grundsätzlich für sehr viele Einsatzzwecke geeignet, insbesondere auch im Bereich der stofflichen Nutzung. Aufgrund der langen Fasern ist Pappelholz bezogen auf das Gewicht relativ stabil und kann ​schon heute in der Holzwerkstoffindustrie für sehr viele Produkte eingesetzt werden. Beispielsweise für Spanplatten, Sperrholzplatten, OSB und MDF-Platten. Weitere Einsatzfelder werden untersucht.

Wenn die Agroforstwirtschaft eine „Wunderwaffe“ zu sein scheint, warum wird sie dann nicht bereits angewendet?

Tatsächlich enthielten die meisten landwirtschaftlichen Systeme vor der Industrialisierung Elemente der Agroforstwirtschaft. Mit zunehmender Größe landwirtschaftlicher Maschinen wurden die meisten Bäume entfernt und die intensive Landwirtschaft konzentrierte sich hauptsächlich auf kurzfristige finanzielle Erträge und nicht auf die langfristige Produktivität gesunder Systeme. Inzwischen wächst das Bewusstsein für die Vorteile der Agroforstwirtschaft, aber es fehlt an ökonomischen Anreizen und an Akzeptanz, da Landwirtinnen und Landwirte oft nicht mehr wissen, wie Bäume in Synergie mit einjährigen Kulturen bewirtschaftet werden.

Werden Agroforstsysteme nicht durch EU-Zahlungen finanziert?

Ab 2023 gibt es in Deutschland eine Definition für Agroforstsysteme in Bezug auf die landwirtschaftlichen EU-Vergütungssysteme. Allerdings sind die vorgeschlagenen Zahlungen extrem niedrig (60 €/ha Gehölzfläche), da sie die Etablierungskosten nicht berücksichtigen. Auch nachteilige Anforderungen werden definiert, wie ein Mindestabstand der Baumstreifen zum Flächenrand und zwischen den Streifen von 20 Metern. Dies bedeutet, dass viele wirksame Agroforstsysteme nicht von der neuen, "minimalen" Agroforstförderung erfasst sein werden.

Sobald es jedoch geeignete Förderprogramme für die Agroforstwirtschaft gibt, werden sie in den VIVO Carbon-Planungsprozess einbezogen und erhöhen im Idealfall die Klima- und Biodiversitätswirkung der CO₂-Zertifikate. Es können entweder mehr Bäume gepflanzt werden oder es werden „nicht-produktive“ Biodiversitätselemente (z. B. blühende/einheimische Bäume und Sträucher) hinzugefügt.

Sind CO₂-Zertifikate wie „Ablasshandel“?

Ja und nein. Oberste Priorität muss immer die sofortige und drastische Reduzierung der fossilen CO₂-Emissionen sein. Es gibt kein tragfähiges Szenario, weiterhin fossile Brennstoffe zu verbrennen und durch CO₂-Zertifikate zu kompensieren! Es gibt jedoch mehrere Argumente dafür, dass CO₂-Credits, wenn sie auf seriösen Konzepten beruhen, ein sinnvolles Instrument sind:

  • Einzelne Akteure wie Unternehmen sind nicht in der Lage, ihre fossilen CO₂-Emissionen auf Null zu reduzieren, da die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen systembedingt ist und national oder international gelöst werden muss. Daher ist es respektabel, wenn einzelne Akteure die Emissionen kompensieren, die sie mit vertretbarem Aufwand nicht vermeiden können. 

  • Um einen angemessenen Lebenskomfort aufrechtzuerhalten, müssen wir unverzüglich klimafreundliche alternative Wertschöpfungsketten ausbauen und fossilen Kohlenstoff ersetzen, da Kohlenstoff ein entscheidender Bestandteil in den Wertschöpfungsketten vieler Produkte ist.

  • Unsere Gesellschaft muss schnell Lösungen entwickeln, um negative CO₂-Emissionen zu erreichen. Ohne negative Emissionen, die in weniger als 30 Jahren einsetzen, gibt es nach den meisten IPCC-Szenarien keine Chance, den Klimakollaps zu vermeiden.

Kurz zusammengefasst, wie funktioniert VIVO Carbon?

  1. Planung eines Agroforstprojekts mit Landwirtin oder Landwirt und Abschluss eines Kooperationsvertrags über i.d.R. 15-25 Jahre

  2. Verifizierung der projektspezifischen Agroforst-CO₂-Bindung durch unabhängige Expertinnen und Experten

  3. Einwerbung von Klimaschutz-Spenden zur Finanzierung der Baumpflanzungen und Pflege, sowie der Honorierung der Landwirtin und des Landwirts für die Einbringung von erforderlicher Landflächen in das Gemeinschaftsprojekt

  4. Jährliche Berichterstattung an die Unterstützenden über die Projektentwicklung

  5. Nach etwa 8 Jahren erste Holzernte und Verkauf von Holz. Bei der Holzvermarktung wird die Maximierung des Klimanutzens angestrebt (Fokus auf Baumaterialien mit CCO₂O2-Speicherung für Jahrzehnte und Substitution von klimaschädlichen Materialien wie z. B. Beton)

  6. Wiederaustrieb der Bäume aus den Baumstümpfen, was die nächste Ernte ohne neue Pflanzung ermöglicht

  7. Investition möglicher Nettogewinne aus Holzverkäufen in neue Projekte mit natürlicher CO₂-Bindung (Rückstellung eines Teils der Erträge, um die Landwirtin und den Landwirt für die neue Periode der Landbereitstellung zu honorieren)

  8. Weitere Ernteaktivitäten und Reinvestitionen von Gewinnen

  9. Übergabe des jeweiligen Agroforstprojektes an die Landwirtinnen und Landwirte nach vereinbarter Vertragslaufzeit

Wie sind die Landwirtinnen und Landwirte eingebunden?

VIVO Carbon bietet Landwirtinnen und Landwirten ein faires und transparentes Kooperationsmodell. Es ist vorgesehen, die Machbarkeit von Agroforstsystemen im kommerziellen Maßstab zu demonstrieren, um Landwirtinnen und Landwirte zu ermutigen, zukünftige Baumpflanzungen auf eigene Rechnung zu realisieren. Die konkrete Landfläche, auf der von VIVO Carbon Bäume gepflanzt werden, bleibt in den „Büchern“ der Landwirtinnen und Landwirte. Außerdem sind diese immer durch einen bestimmten Anteil der finanziellen Erträge aus Holzverkäufen an dem Erfolg entsprechender Agroforstprojekte beteiligt - je nach teilweiser Investitionsbeteiligung und/oder Bereitstellung von Land mit einem Abschlag von der erwarteten finanziellen Standortproduktivität.

Warum etablieren Landwirtinnen und Landwirte Agroforstsysteme nicht selbst?

Aufgrund unvorteilhafter politischer Rahmenbedingungen und Unsicherheiten sind Agroforstsysteme für die meisten Landwirtinnen und Landwirte noch kein Business Case. Außerdem zögern sie, aufgrund von mangelndem Fachwissen, Bäume zu pflanzen. VIVO Carbon schließt diese Lücke, indem es die Projekte gemeinsam mit den Landwirtinnen und Landwirten sowie erfahrenen Organisationen mit Praxisexpertise realisiert. Gleichzeitig wird den Landwirtinnen und Landwirten eine faire Vergütung für die Bereitstellung geeigneter Flächen und eine Beteiligung an den Gewinnen aus der Holzvermarktung angeboten.

Wer steht hinter VIVO Carbon?

VIVO Carbon wurde im Dezember 2023 von sechs Personen als gemeinnützige GmbH gegründet. Die Vorarbeit zur Gründung von VIVO Carbon wurde maßgeblich durch die Lignovis GmbH geleistet. Das Lignovis-Team verfügt über fast 20 Jahre Erfahrung und hat mehr als 25 Millionen Bäume in vielen EU-Staaten gepflanzt. 2 der 6 VIVO Carbon Gesellschafter arbeiten bei Lignovis. Maßgebliche Unterstützung für die Entwicklung des VIVOCarbon-Konzepts leistete die Stadt Hamburg (Hamburgische Investitions- und Förderbank - IFB) im Rahmen einer Projektförderung „Update-Deutschland Hamburg“. Außerdem wurde VIVO Carbon durch Farm Food Climate bzgl. Netzwerk und der Definition einer geeigneten Rechtsform (bzw. Struktur) und den Funding-Aktivitäten substanziell unterstütz. VIVO Carbon ist als gemeinnützige Gesellschaft gegründet, die sicherstellt, dass dauerhaft und unwiderruflich alle potenziellen Gewinne in den Gesellschaftszweck fließen.

Erwirtschaftet VIVO Carbon Erträge durch den Verkauf von Klimaschutzleistungen?

Ja, es ist ein klares Ziel, Agroforstprojekte profitabel zu betreiben. Allerdings brauchen wir beim jetzigen Stand eine finanzielle Honorierung für die Klima- und Umweltwirkung, um den Stein ins Rollen zu bringen. Generell wollen wir Landwirtinnen und Landwirten und der Welt beweisen, dass es mit Agroforstwirtschaft möglich ist, die "Marktwirtschaft" mit der ökologischen Aufwertung landwirtschaftlicher Systeme in Einklang zu bringen.

Da das Konzept von VIVO Carbon ermöglicht, Einnahmen aus dem Holzverkauf zu erzielen, garantiert die Gemeinnützigkeit von VIVO Carbon, dass diese Gewinne in neue Projekte zur zusätzlichen Bindung von CO₂ reinvestiert werden. Wir sind der festen Überzeugung, dass im aktuellen Gesellschaftssystem nur mit profitablen Geschäftsmodellen das enorme Potenzial der Landwirtschaft zur Bekämpfung des Klimawandels aktiviert werden kann.

Wie sind VIVO Carbon und die Lignovis GmbH verbunden?

Lignovis ist die Keimzelle von VIVO Carbon und es bestehen Synergien. Zu Beginn werden die meisten Projekte von Lignovis in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Landwirten praktisch umgesetzt (gepflanzt und bewirtschaftet). Das schafft Effizienz und Planungssicherheit für VIVO Carbon. Alle finanziellen Interaktionen zwischen VIVO Carbon und Lignovis werden zu Marktkonditionen abgewickelt und gemeinsam mit den Klimaauswirkungen der jeweiligen Projekte von unabhängiger Seite geprüft. Ziel von VIVO Carbon ist es, zukünftige mit einer großen Gruppe von Dienstleisterinnen und Dienstleistern in verschiedenen Regionen zusammen zu arbeiten. Dadurch können Effizienzen erschlossen werden und neue, spezialisierte Unternehmen können schnell Kompetenz aufbauen. 

 

Wie wird die angemessene Verwendung der möglichen Erlöse sichergestellt?

Als gemeinnütziges Unternehmen werden Spenden und alle Erlöse aus dem Verkauf von CO₂-Gutschriften, sowie zukünftige Nettoerlöse aus Holzverkäufen, dafür verwendet, dem Klimawandel entgegenzuwirken. Dies wird durch die verbindliche VIVO Carbon Satzung sichergestellt und durch das Finanzamt bestätigt.

bottom of page